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Ein Gedankenexperiment
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Stellen Sie sich vor: In Ihrer Gemeinde wird ein neuer Kindergarten gebaut. Sie freuen sich mit Ihrem Kind auf die
Eröffnung des Kindergartens und auf den neuen Lebensabschnitt. Ihr Kind geht einen großen Schritt in Richtung
Selbständigkeit und Sie können sich wieder mehr dem Berufsleben zuwenden. Doch kurz vor dem Start des Kindergartens
müssen Sie erfahren, es gibt kein Geld für die Inbetriebnahme. Nun steht das Haus fix und fertig da, aber niemand kann
darin malen, singen, lachen, denn für das Personal ist kein Budget mehr vorhanden.

Oder stellen Sie sich vor: Sie freuen sich mit Ihrem Kind auf den ersten Schultag. Ihr Kind ist groß geworden, der
Kindergarten ist für das Kind schon ein bisschen langweilig. Es möchte zu den Großen gehören, in die Schule gehen
und gefordert werden. Aber leider ist für Ihr Kind (Nr. 21) kein Platz mehr in der Schule. Das Schulbudget reicht
nur für zwanzig. Und Ihnen wird gesagt: „Wenn es wirtschaftlich für Sie nicht notwendig ist berufstätig zu sein,
können sie Ihr Kind ja zuhause betreuen und fördern“.

Ähnliche Erfahrungen wie die oben genannten, müssen Menschen mit Beeinträchtigung und deren Angehörige immer
wieder machen. Es ist in Österreich selbstverständlich, dass jedes Kind in die Schule gehen kann, es wird viel Aufwand
betrieben, damit jedes Kind einen Kindergartenplatz bekommt, aber eine Grundversorgung für beeinträchtigte Menschen
gibt es nicht.
Ist das geplante Budget aufgebraucht, kommt man auf Wartelisten, und jede davon ist lang.
So fehlen in Oberösterreich ca. 500 Werkstättenplätze, 1900 Wohnplätze und das Budget für Mobile Betreuung oder
Persönliche Assistenz reicht ebenfalls nicht.